Donnerstag, Juli 10, 2014

Puschkalenko und Puschkin

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Entwurf einer Einführung in die Entstehungsgeschichte

der russischen gesammelten Werke von Puschkin

aus zeitgemäßer ukrainischer

und somit auch europäischer Sicht.

(Übersetzung aus dem Russischen)

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Jemand veröffentlichte auf Facebook verschiedene Äußerungen einer jungen Ukrainerin bezüglich Rußland; darunter auch oben wiedergegebene, welche in deutscher Übersetzung wie folgt lautet:

“Und Puschkin ist nicht euer Schriftsteller, er ist Äthiopier und zur Hälfte Jude, und sogar sprach er nur Französisch, und Russisch verstand er nur mit Hilfe eines akademischen Wörterbuchs.”

Ja nun…. Und ich hatte kurz zuvor einen interessanten Aufsatz gelesen über ukrainische Schulbücher; und weil ich diesen Aufsatz gelesen hatte, konnte ich in solchen Äußerungen nichts Außergewöhnliches entdecken. Vor dem Hintergrund solcher Schulbücher ist das völlig normal, und es wäre schwer, es sich anders vorzustellen.

[Jenen Aufsatz habe ich inzwischen ins Deutsche übersetzt; wer immer will kann die deutsche Übersetzung als PDF über dieses Link herunterladen]

Aber irgendwie doch interessant…

Und nun begann bei mir, die Phantasie zu arbeiten. Ohne daß ich eine Ahnung gehabt hätte, wo sie mit mir hin galoppiert.

Ich schrieb eine Anmerkung:

Die junge Dame hat was von Harms. Bloß hat sie vergessen, den anonymen ukrainischen Wohltäter zu erwähnen, der die ganzen in Französisch geschriebenen Puschkinschen Gedichte ins Russische übersetzt hat.

Nun, man kann sich natürlich irgendeinen Namen ausdenken; Puschkalenko oder sonstwas in der Art; und dieser Puschkalenko hat nun die unsinnigen französischen Gedichte jenes moskowitischen Puschkin in ein anständiges Russisch übertragen; und im weiteren grämte er sich dann bis ans Ende seiner Tage, daß er sie ins Russische übersetzt hat und nicht ins Ukrainische.

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Und im weiteren kam dann meine Phantasie voll auf Touren:

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Nun hab ich endlich verstanden, was da genau los war mit diesem Puschkalenko. In allgemeinen Umrissen sieht das ungefähr wir folgt aus (vielleicht arbeite ich es noch aus; denn immerhin ist das außerordentlich interessant):

***

Die Ur- oder Ururgroßmutter dieses Puschkin, aus moskowitischem Adel, fuhr nach Afrika, um nachzusehen, was in jenen fernen Ländern vor sich geht und was für Leute dort wohnen. Denn das war eine außerordentlich neugierige Ur- oder Ururgroßmutter. Und die Leute dort waren, wie sich herausstellte, ausgesprochen wild; sogar noch wilder als die Moskowiter. Sie fingen sie ein und steckten sie in den Harem eines ihrer Häuptlinge.

Die Moskowiter aber waren ob des Verschwindens der Ur- oder Ururgroßmutter Puschkins sehr betrübt; denn sie war aus ungewöhnlich hohem Adel; und da sie nicht wußten, was sie noch tun könnten, wandten sie sich an die Saporosher Kosaken.

Die Saporosher Kosaken schickten sofort und ohne Zögern eine Landungstruppe nach Afrika.

Die Landungstruppe fuhr los und kehrte alsbald schon zurück mit der Ur- oder Ururgroßmutter Puschkins; und jenen afrikanischen Häuptling hatten sie auch gleich mitgenommen. Und sogar ein Kind brachten sie mit, welches die Moskowiterin jenem Häuptling inzwischen geboren hatte.

Wie sich dann im weiteren herausstellte, handelte es sich bei diesem Kind um den Großvater oder Ururgroßvater Puschkins.

In jener Landungstruppe kämpfte damals ein gewisser Puschkalenko.

***

Die Zeit verging, und eines Tages hörte der Ur- oder Ururenkel jenes Saporosher Puschkalenko – und dieser neue, heutige Puschkalenko war schon nicht mehr Kosake, sondern Literat – von einem Moskowiter namens Puschkin, der in französischer Sprache irgendwelche unsinnige Gedichte schrieb.

Im weiteren stellte sich dann heraus, daß jener Puschkin der Ur- oder Ururenkel des Kindes jener Moskowiterin war, welche der Kosake Puschkalenko seinerzeit aus der afrikanischen Gefangenschaft befreit hatte.

Den Literaten Puschkalenko erfaßte nun großer Kummer, weil das Heldentum seines Vorfahren zu solch dummen Konsequenzen geführt hatte; und um die Sache so gut es geht zu korrigieren, begann er, die unsinnigen französischen Ergüsse jenes Puschkin in ein anständiges Russisch zu übersetzen.

Eben auf diesem Wege kam es zu den russischen gesammelten Werken jenes moskowitischen Puschkin.

Und als Puschkalenko, der Literat, die gesammelten Werke Puschkins fertig geschrieben hatte, wurde er ganz traurig, daß er sie versehentlich nicht in Ukrainisch geschrieben hatte, sondern in der Sprache jener Moskowiter; und er blieb traurig bis ans Ende seiner Tage.

***

Einfach schrecklich.

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Übersetzung aus dem Russischen durch den Verfasser.

Das russische Original findet man, so man das auch lesen möchte, hier.

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So isses.

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