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Donnerstag, Mai 14, 2009

Zum Treffen zwischen Saakaschwili und Vertretern der Opposition

14. Mai 2009; „Взгляд“


Eine Mitteilung des Korrespondenten der Zeitung Взгляд aus Tbilissi:

Die georgische Niederlage im Augustkrieg im Zusammenhang mit Südossetien „hat dem seelischen Gleichgewicht von Präsident Saakaschwili einen starken Schlag versetzt“, erklärte am Donnerstag Salome Surabischwili, einstige Vorsitzende des Innenministeriums und Vorsitzende der Partei „Der Weg Georgiens“.

Am Donnerstag berichtete Salome Surabischwili der Zeitung „Все Новости“ („Alle Nachrichten“) Einzelheiten über das Gespräch zwischen Saakaschwili und Oppositionsvertretern vom 11. Mai; unter anderem sagte sie, daß „der Präsident irgendwelche überhaupt nicht komische Witze erzählte.“

Laut ihren Worten war es insgesamt schwierig zu verstehen, worüber Saakaschwili überhaupt sprach. Zudem hält der Präsident – wie Salome Surabischwili sich erinnert – Nino Burdshanadse, die einstige Parlamentssprecherin und Vorsitzende der Bewegung ‚Einiges Georgien’, für eine Agentin Moskaus und ist sicher, daß sie Geld aus Rußland bekommt.

„Er versicherte uns, daß 63 Prozent der Bevölkerung ihn unterstützt. Er lebt in einer anderen, virtuellen Realität und ist bemüht, als einzigen Weg für einen Machtwechsel nur den Weg des Umsturzes übrigzulassen, “ sagte Surabischwili.

Laut ihren Aussagen wird Saakaschwili „gesteuert von seiner kriminellen Umgebung“. Unter den Mitgliedern dieser Umgebung nannte sie den Vorsitzenden des Innenministeriums Vano Merabischwili und den Vorsitzenden des Justizministeriums Surab Adeischwili; und außerdem noch „einige Kriminelle“, welche die gesamte Macht in ihre Hände genommen haben und Saakaschwili in eine virtuelle Realität eingesperrt haben“.

Surabischwili bemerkte, daß in den georgischen Streitkräften eine sehr schwierige Situation am Entstehen ist, und diese Prozesse könnten unkontrollierbar werden.


[im Weiteren der russische Originaltext]


Оппозиция: Поражение в войне нанесло удар по психике Саакашвили
14 мая 2009, 11:36

Поражение Грузии в августовской войне вокруг Южной Осетии «нанесло большой удар по психике президента Михаила Саакашвили», заявила в четверг экс-глава МИД, лидер партии «Путь Грузии» Саломе Зурабишвили, передает корреспондент газеты ВЗГЛЯД в Тбилиси.

Рассказывая в четверг газете «Все новости» о деталях переговоров Саакашвили с оппозиционерами 11 мая, Саломе Зурабишвили, в частности, сообщила, что «президент рассказывал несмешные анекдоты».

По ее словам, было трудно в целом понять, о чем говорит Саакашвили. Кроме того, как вспомнила Саломе Зурабишвили, президент считает экс-председателя парламента, лидера «Демократического движения «Единая Грузия» Нино Бурджанадзе «агентом Москвы» и уверен, что получает деньги из России.

«Он уверял нас, что у него поддержка 63%. Он живет в другой виртуальной реальности и старается оставить для смены власти только путь переворота», - сказала Зурабишвили.

По ее утверждению, Саакашвили «управляем своим криминальным окружением». Среди членов этого окружения она назвала глав МВД Вано Мерабишвили и Мюнюста Зураба Адеишвили, а также еще «несколько криминалов», которые «взяли в руки всю власть, замкнув Саакашвили в виртуальной реальности».

Зурабишвили отметила, что очень тяжелое положение складывается в Вооруженных силах Грузии, и эти процессы могут стать неуправляемыми.

Sonntag, März 15, 2009

Georgisches

Was man von im georgischen Alltag lebenden und leidenden Freunden und Bekannten alles so mitbekommt… Nach außen hin wirkt es derzeit sogar verhältnismäßig ruhig; doch unter dieser verhältnismäßig ruhigen Oberfläche kündigt sich, wenn man sich mit Leuten unterhält, die das alles aus der Nähe mitbekommen (und die man, um sie nicht in Lebensgefahr zu bringen, nicht einmal nennen darf) wüstestes Unheil an.

So wird zur Zeit in Georgien fleißig amnestiert; das heißt, Leute, die bisher in Gefängnissen saßen, werden freigelassen.

Was auf dem ersten Blick sehr edel ist und gut.

Wenn man aber näher hinschaut und sieht, daß es sich bei den Befreiten in allererster Linie um Kriminelle handelt, wird das, was auf dem ersten Blick als edel und gut erscheint, schon eher besorgniserregend.

Und der Gedanke kommt auf: Vielleicht hat dieses Regime wirklich keine andere Stütze mehr als die Kriminellen (der Gedanke kommt noch aus anderen Gründen auf; doch hiervon später, wenn man durch unnötiges Reden niemanden mehr in Gefahr bringt; einige der zur Zeit gefährdeten werden dann, so sie es überleben, wohl auch selber reden).

Wenn man sich schon nicht einmal mehr richtig auf die Armee verlassen kann…

Bleibt nur zu hoffen, daß in der Armee Anständigkeit und gesunder Menschenverstand vorherrscht. Wenn ja, wird die Armee im Falle eines Falles mit diesem Gesindel kurzen Prozeß machen; wenn nicht – riecht es nach Bürgerkrieg.

Ob nach allfälliger Klärung der Situation Georgien unter Russischer oder Amerikanischer Hegemonie landet scheint mir unter den obwaltenden Bedingungen eine zweit- oder drittrangige Frage. Ich selbst – und die meisten meiner Georgischen Freunde – würden eine Fortsetzung der Gemeinsamkeit mit Rußland vorziehen; menschlich, kulturell hat man sich jahrhundertelang aufeinander eingespielt, und für Amerika wird Georgien immer nur eine Kolonie sein.

Doch diese Frage ist, wie gesagt, jetzt nicht so wichtig. Wichtig ist, daß die derzeitige Situation ohne Blutvergießen überwunden wird; und hierzu braucht es angesichts der überwogenden Wirrnisse eine starke Hand; ganz egal, ob die von Moskau aus geführt wird oder von Washington aus.

Ohne Moskau oder Washington (oder noch besser: beide gemeinsam: um, wie es sich für Staatsführungen schickt, ohne eigene Machtansprüche einfach Unheil zu verhüten) ist da, glaub ich, eh nichts mehr zu machen; nach Beseitigung des gemeinsamen Feindes könnte es passieren, daß die vereinigte georgische Opposition wieder auseinanderrennt, um sich dann untereinander zu kloppen um das Recht, wer die Zukunft Georgiens zu bestimmen hat.

Äußerst unerquicklich, das Ganze.