Mittwoch, November 29, 2023

Die einschläfernde Allmacht des "Jetzt"

 

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Warum hat man eigentlich nach dem Krieg die Nazi-Verbrecher aufgehängt?

Zur Abschreckung?

Blödsinn.

Der Mensch, der über die ihn umgebende Realität und Sichtweise nicht hinausdenken kann, sieht nur das Jetzt; und wenn es ihn zum Erfolg drängt, nutzt er die im Jetzt gegebenen Bedingungen, um erfolgreich zu werden.

Oder er hat es sich einfach bloß behaglich eingerichtet und fügt sich gedankenlos den Bedingungen des „Jetzt“ als dem Einzig Möglichen Sein.

Und wenn er so richtig im Jetztsein und seinem Selbst eingeschlossen ist, nimmt er in solchem Erfolgsstreben auf niemanden Rücksicht.

Bringt er es dabei zu einer Machtposition, so handelt er umso energischer und rücksichtsloser: zu seinem Vorteil und wie es ihm behagt.

Egal, ob als Mitglied einer Machtelite oder als treuer Diener einer solchen Elite.

Und wenn weitere Kreise über eine gewisse Zeit hin in irgendwelchem als normal empfundenem Wahnsinn befangen sind, kommt es kaum einem von den in rechter Weise befangenen in den Sinn, etwas in Frage zu stellen: das Jetzt ist so, wie es ist, und kann nicht anders sein.

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Und wird durch irgendwelche Umstände das vertraute „Jetzt“ gesprengt; wenn man plötzlich erfährt, dass da aber irgendwelcher hanebüchene Unsinn oder gar irgendwelche Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden – da hat man von all dem nichts gewusst.

Und man hat wirklich nichts gewusst; man wusste nur, dass alles so schön normal ist.

 


 

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