Freitag, November 28, 2014

Hitler und Stalin

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Raymond Autor:
Raymond Zoller

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In Facebook entdeckte ich obigen Ausschnitt aus der altehrwürdigen deutschen "Bild"-Zeitung, kommentiert mit dem Hindenburg-Zitat:

"Wer Geschichte machen will, muss auch Blut fließen lassen können."
Hindenburg

***

Ob der Zitierer es ernst meinte oder ironisch war mir nicht ganz klar. Ich kannte ihn nur flüchtig; aber gut genug kannte ich ihn, um zu wissen, daß er kein Nazi ist; und dann kam mir der Verdacht (der sich im Weiteren nicht bestätigte): Ob er vielleicht mit diesem Zitat die Stalinschen Greueltaten entschuldigen möchte?

Daß die deutsche Bild-Zeitung und ihre ewiggestrige Leserschaft sich gierig auf solche Information zu stürzen pflegt ist klar; bloß gibt es noch eine andere Gruppierung von Ewiggestrigen, welche die Stalinschen Greuel leugnen.

Iss alles gehopst wie gesprungen.

Bei nur minimalem Vertrautsein mit den geschichtlichen Fakten ist einem die Existenz solcher Massengräber von Opfern des Stalin-Terrors geläufig; und geläufig ist einem auch, daß es, zum Beispiel, direkt in Kiew einen Ort gibt, Babij Jar, Altweiberschlucht oder wie immer man das ins Deutsche übersetzen mag, wo die Deutschen seinerzeit in einer logistischen Meisterleistung es schafften, innerhalb von wenigen Tagen die gesamte jüdische Bevölkerung von Kiew zu ermorden.

Das war in jenen Jahren ein fatales Zusammenwirken zweier tyrannischer Unrechtssysteme, die, wo es sich ergab, sich gegenseitig realer Greueltaten beschuldigten, um von ihrem eigenen Gemetzel abzulenken. Aber Hitler kann keine Entschuldigung sein für Stalin, und Stalin keine Entschuldigung für Hitler. Im Geschäft des sinnlosen Blutvergießens waren beide Profis.

Viele Einzelne in diesen beiden Lagern, dem hitleristischen und dem stalinistischen, waren real durchfanatisiert in ihrem Glauben an den jeweiligen Führer, nicht wenige gab es, welche die jeweilige Spezifik des Systems für private Karrieregestaltung nutzten,  andere machten mit, weil ihnen nichts anderes übrigblieb, und es gab auch solche, die sich in aussichtslosem, meist tödlich endendem Widerstand versuchten.

Im Vergleich zum Hitler-Regime hatte das Stalin-Regime insofern den Vorteil, als man beim Hitler-Regime durch treues Anpassen sich so einigermaßen in Sicherheit wiegen konnte, während beim Stalin-Regime auch der treueste Mitläufer seines Lebens nicht sicher war. Das heißt, bei der Stalin-Willkür bot auch das militanteste Anpassen keinerlei Garantie, daß man ungeschoren bleibt; was natürlich verhältnismäßig positiv ist.

***

Nun gut. Das war früher.

Und heute haben wir zwei Lager von Ewiggestrigen; die einen, die den Hitler verehren und nur die Greuel der bösen Sowjets sehen, und die andern, für die Stalin der Gute ist.

Und beide übertragen ihre Ewiggestrigkeit auf das Heute; wollen nicht verstehen, daß das Sowjetregime bereits vor einem Vierteljahrhundert ad acta gelegt wurde; daß Rußland nicht die Sowjetunion ist (und auch zu Zeiten der Sowjetunion nur eine Sowjetrepublik unter anderen war; auch wenn die Amtssprache Russisch war und die Sowjetische Hauptstadt in Rußland lag); und beide neigen dazu – die einen in aller Feindschaft, die andern in aller 'Freundschaft' – Putin mit Stalin zu vergleichen.

Wer aber in aller Freundschaft Putin mit Stalin zusammenbringt, tut ihm und auch der "Sache" einen Bärendienst. Putin ist Putin; und wenn schon Vergleiche, so würde ich ihn wohl am ehesten – zum Entsetzen aller Linken – mit Stolypin vergleichen; einer durch und durch positiven, konstruktiven Persönlichkeit.

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So isses

Stolypin

(P.A. Stolypin)

Dienstag, November 18, 2014

Warum ich nicht wie Einstein denke

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Raymond Autor:
Raymond Zoller

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Beim Überfliegen von Facebook erblickte ich einen dieser Tests, die auch bei früheren Überfliegungen gelegentlich meine Verwunderung hervorriefen.

Ausnahmsweise tippte ich, ganz spontan, einen Kommentar; und zwarnämlich:

"Wer wie jemand anders denkt, denkt nicht, sondern tut nur so."

Obwohl es mich ja eigentlich nix angeht, wer sich wie testet; doch reizte mich das Symptomatische an der Sache.

Auf irritierte Rückfrage hin ergänzte ich:

Nicht persönlich gemeint; nur spontan dahingetippt während des Überfliegens von Facebook; drückt genau das aus, was ich meine.

Denken kann ich nur wie ich selbst. Solche Tests sind eine Pest; verstärken das uns anerzogene Bedürfnis, nicht selbst zu sein, sondern uns irgendwelchen anerkannten Vorbildern anzupassen.

Sowieso ist hier nicht Einstein gemeint, sondern nur eine auf Grundlage von Äußerlichkeiten erstellte in der öffentlichen Meinung verankerte Wachsfigur namens "Einstein".

Irgendwie schlimm, was den Leuten zugemutet wird; und durch solche Kommentare mute ich ihnen sogar noch mehr zu.

Aber immer nur schweigen iss wohl auch nicht das Wahre…

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So isses.

Freitag, Oktober 24, 2014

Von den Vor- und Nachteilen der Pose

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♣♣♣

Autor:
Raymond Zoller

Bei Facebook stieß ich auf das Link zu einem Artikel:

13 Dinge, die sich kein Staatschef erlauben kann – außer Putin

Putin mit nacktem Oberkörper auf dem Pferd, Putin, der mit Delfinen schwimmt und es mit Tigern aufnimmt. Putin beim Paragliding, beim Hunde-Knutschen, beim Outdoor-Sport in Sibirien. Putin, der Staatsgäste demütigt.

Was wäre los, wenn solche Aufnahmen von Angela Merkel die Runde machen würden? Unvorstellbar. Denn in Deutschland müssen Politiker vor allem eines sein: seriös und vertrauensvoll. Jemand, den man ernst nehmen kann.

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Mir selbst ist klar, warum er das kann.

Da es aber offenbar nicht allen klar ist, nahm ich den Artikel zum Anlaß, es für diejenigen, die das verstehen können, genauer darzulegen:

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Das kommt daher, daß der Begriff, den die Wessis mit dem Worte "Ernst" verbinden, sich auf die reine Pose bezieht, und daß sie eben diejenigen – auf ihre Weise halt – ernstnehmen, die gut posieren können.

Reale Ernsthaftigkeit aber ist lebendig und kann problemlos und ohne Peinlichkeiten in lebendigen Unernst übergehen.

Wie Wilhelm von Dorten richtig anmerkt:

"Wer in der Pose lebt, den braucht man nur zu schubsen, und schon kippt er um.
Denn beim Posieren isses schwer zu balancieren"

Eben das ist das Verhängnis der Wessis, daß die Mehrheit die Pose als das Normale betrachtet und das Echte als krankhaft oder verdächtig. Deshalb haben sie sich in einer irrealen Welt, einer Art "second life", verbarrikadiert und lassen sich durch gefälliges Posieren an der Nase herumführen wohin immer man sie führen will.

***

Unser aller Freund Ernst Tirckl Wolff warnte mich, daß ich mich durch solche Aussagen verdächtig mache.

Ich konnte ihn beruhigen:

Mach ich nicht. Diejenigen, denen ich verdächtig sein könnte, kapieren gar nicht, was ich meine; die halten mich bloss für 'nen Spinner.

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So isses.

 

Montag, Oktober 20, 2014

Warum die Ukrainer nach Europa wollen

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Autorin:
Elena Geller

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Unterhaltung mit einer Bekannten:

Eine durch und durch politikfremde Donezkbewohnerin war wegen des Kriegs in die Zentralukraine geflohen.

Berichtete der Verwandtschaft von ihren Eindrücken:

"Ich verstehe, warum die unbedingt nach Europa wollten. Bei ihnen ist sogar im Zentrum alles schmutzig und unaufgeräumt. Und bei uns ist alles sauber und ordentlich. Wir mussten nicht nach Europa, da wir sowieso schon in einer europäischen Stadt lebten."

Nachbemerkung R. Zoller:

Eine kurze in russisch verfasste Anmerkung von Elena in Facebook, die nunmehr in deutscher Übersetzung auch im Blog veröffentlicht sei.

Das Original:

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Из разговора со знакомой.

Совершенно аполитичная дончанка бежала от войны в Центральную Украину.

Делится впечатлениями с родственниками:

— Я понимаю, почему они так хотели в Европу. У них же даже в центре грязно, не убрано. А у нас чистенько всё, ухожено. Нам не надо было — мы и так в европейском городе жили.

Sonntag, Oktober 12, 2014

Über Shitströme

Autor:
Raymond Zoller

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Vor kurzem wurde ich bei Facebook eingeladen, an einem Shitstrom teilzunehmen.

Obwohl ich prinzipielle Bedenken habe gegen Shitströme und sie für eher kontraproduktiv halte, schaute ich mir die Person, die man als Opfer solcher Maßnahme ausersehen hatte, rein neugierdehalber mal näher an.

Erlebte eine typische hochachtbare Vertreterin des hochachtbaren typischen deutschen Politikerclans. Betrachtete die Physiognomie der Betreffenden, las, was sie so von sich gibt, und verstand sofort, daß ich, unabhängig von allen Shitströmen, mir viel zu schade wäre, die Äußerungen dieser Dame auch nur zu kommentieren, geschweige denn sie direkt anzuschreiben.

Es war leicht zu sehen, daß sie zu verhärtet ist, als daß sie aufnahmefähig sein könnte für irgendwelche Gedanken; sei es, daß sie es nicht besser kann, sei es, daß sie bestochen ist oder erpreßt wird. Ein Panzer ist da; und da kommt man nicht durch; am allerwenigsten mit einem Shitstrom.

Durch solche Maßnahmen wertet man diese Leute nur unnötig auf und trägt zudem zu ihrer weiteren Verhärtung bei.

Und läßt sich herunter auf deren Niveau. Muß alles nicht sein. Und sollte nicht sein.

Versuchte dann, durch entsprechende Kommentare den Leuten, die man zusammen mit mir zu dieser Maßnahme eingeladen hatte, ihre Shitstrom-Absichten auszureden.

Ganz zum Schluß entschuldigte ich mich dann in einer privaten Nachricht bei dem Organisatoren:

***

“Ich hoffe, ich hab dich mit meinen Kommentaren zu dem "Shitstrom" nicht beleidigt.

Ich habe den Eindruck, daß das nicht nur nichts bringt, sondern darüber hinaus sogar kontraproduktiv ist. Man tut diesem Gesindel zuviel der Ehre an, wenn man sich systematisch mit ihm kloppt. Sie selbst ändert man damit nicht (oder höchstens in dem Sinn, daß sie sich noch stärker verhärten und einigeln); ihren Jüngern hilft man auch nicht; wer jetzt noch schläft, wird auch weiterhin schlafen; und durch solche Shitströme werden auch die Jünger sich noch stärker einigeln und sich durch den Shitstrom aufgewertet fühlen.

Ganz egal, wie gefährlich die Lage ist: Menschen, die nicht mehr für klare Gedanken zugänglich sind, soll man in Ruhe lassen; sich höchstens – so weit es noch möglich ist – vor ihnen schützen. Aber auf keinen Fall sich auf ihr Niveau herablassen.

Die Lage ist natürlich verheerend; aber eben weil sie verheerend ist, muß man umso sorgfältiger prüfen, welche Maßnahmen Abhilfe schaffen können, und welche bloß sinnlos verpuffen oder Schaden anrichten.

Am besten, man kümmert sich so weit als möglich nicht um dieses Gesindel; stellt diese oder jene Information richtig: für die Leser, die noch aufgeschlossen sind für die Realität; versucht Kontakte zu knüpfen mit Leuten vor Ort, Hilfe zu organisieren, oder was sonst alles; und all dieses Pack behandeln wie ein natürliches Hindernis; etwa wie ein im Wege liegender Felsbrocken, der sich nicht einfach wegrollen oder kaputtschlagen läßt; muß man halt drum herumgehen…”

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So isses.

Montag, Oktober 06, 2014

Verstreutes zum Ost-West-Chaos

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Autor:
Olga Katsaros

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Die Staatsangehörigkeit: UdSSR / Nationalität: egal.

Nochmals: Angst und Konsum als die geistige Grundlage des Kapitalismus für die Masse.

Hey, ich bin in der Sowjetunion aufgewachsen. Ich weiß, was gut und was Verarsche war. Ich konnte meinen Kopf bilden. Ich stand mehrmals mit einer Lebensmittelmarke für 250gr Butter 2 Stunden Schlange an und hörte aus dem Fernsehen über den nahenden Sieg des Kommunismus. Ich weiß, was Propaganda ist. Das System war korrupt, hatte aber auch seine Helden. Und auch Kultur und Sport und wahre Freundschaft zwischen den Nationen, Man war einfach ein Sowjetmensch. Die Staatsangehörigkeit: UDSSR / die Nationalität: egal.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion haben die Nationalisten und Idioten die Oberhand in den EX-Republiken bekommen.

Die Nationalisten und Idioten sind immer noch die Regel für die Regierungsbildungen im wertedemokratischen Westen, bestehend aus den NATO-Ländern. Einer Welt, die die Weltordnung nach dem II. Weltkrieg bestimmt.

Und sie tarnen sich gern als sehr demokratisch. Warum sind die linken Kräfte beim Nabel der Welt - den NATO-Ländern - so unbeliebt. Wobei sie alle nicht rechts sind.

Um Gottes Willen, da gibt es viel rechter.

Das Futter dieser NATO-Welt für die "Bild-Dir-Deine-Meinung" bei den Massen sind Angst und Konsumfreudigkeit.

Terror, immer wieder die Russen, Ebola… Die Angst lähmt das Hirn.

Aber ein neuer Pullover und ein Grillabend mit den Freunden gleichen alles aus. Und ab morgen hab ich wieder Angst, manchmal auch vor der Schweinegrippe. Die Medien müssen nur mehr über die neuen Fälle der Schweinegrippe berichten.

Zum Poroschenko-Vorschlag, Englisch als 2. Sprache einzuführen statt Russisch.

Beispiel: In Kiew gibt es 450 Schulen, 14 davon bieten Russisch-Unterricht an. Einige ab der 7. Klasse. Wozu der Vorschlag? Weniger geht nicht.

PS: Ich bin russischsprachig aufgewachsen, in einem Teil der Ukraine, was früher russisch war. Ich träume auf russisch.

Autor:
Raymond Zoller

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Bürger der Europäischen Union; Nationalität: Luxemburger. Insofern egal, als das alles mir fremd bleibt und ich mich damit nicht verbinden kann. Höchstens in dem Sinne verbunden bin, als der langjährige Aufenthalt in jenen Gefilden mir die Chance bot, die Dickichte und Sackgassen der "europäischen Seele" zu studieren.

Kindheit und frühe Jugend sowie noch darüber hinaus: geprägt durch bedrückende Ratlosigkeit (will natürlich nicht sagen, daß es allen Wessis so erging; manche hatten bessere Bedingungen, sich zu Ansätzen von Klarheit durchzuarbeiten; andere gingen unter, ohne zu verstehen, wie ihnen geschieht; und wieder andere merkten gar nix und fühlten sich wohl in ihren Dickichten).

Eine Quintessenz meines Herumirrens in den europäischen Dickichten hab ich vor Kurzem in einem Blogeintrag unter dem Titel "Absurdologie oder Die Rache des verwirrten Realisten" zusammengefaßt.

Erst als es mich Anfang der neunziger Jahre nach Rußland verschlug, von wo ich die europäischen Dickichte gewissermaßen aus der Vogelperspektive betrachten konnte, begann ich so langsam zu leben und was zu verstehen. Irgendwann schaffte ich es, gewisse Aspekte der westlichen Vermurxung, die zu meiner Beunruhigung auch Rußland zu überschwemmen drohte, in einen abgerundeten Zeitschriftenartikel zusammenzupacken. Jenen Artikel schrieb ich in Russisch; er erschien in der "Literaturnaja Gaseta"; und später übersetzte ich ihn auch ins Deutsche, in welcher Sprache man ihn hierselbst unter dem Titel "Augenwischerei auf Vornehm" finden kann.

***

Noch ein kleines Stimmungsbild aus den Anfängen der postsowjetischen Aufbruchszeit: Notiz zu der in Wolgograd verbrachten Neujahrsnacht 1991-1992.

Das waren noch Zeiten. Hoffen konnte man da noch….

***

Von Anfang an beunruhigte es mich, daß man sich in Rußland wie besessen auf die westlichen Ideale stürzte. Und da man es im Westen versäumt hatte, veranlagte Ansätze weiterzuentwickeln, gab es, was die herausragenden Ideale betrifft, praktisch nur Schrott.

Und dieser Schrott wurde in Rußland verinnerlicht.

Im Westen hatte man sich an den Schrott gewöhnt und lebte ihn mit gedankenloser Selbstverständlichkeit.

Für die Russen war das neu; und zudem ist den Russen, ihrer Natur nach, solche gedankenlose Selbstverständlichkeit fremd: wenn schon, dann richtig.

Es begann das große Grabschen, aus dem heraus sich dann die verschiedenen russischen Oligarchen herausentwickelten. Einige davon blieben anständig (denke vor allem an Iwanischwili), andere konnten und können es an Irrsinn und antisozialem Verhalten problemlos mit den westlichen Superreichen aufnehmen. Übertrafen sie sogar, da die westlichen Oligarchen, zumindest nach außen hin, sich etwas zivilisierter zu benehmen pflegen.

Wenn schon, dann richtig….

Diese Beobachtungen packte ich in der knappen Feststellung zusammen:

Der Stalinismus hat es nicht geschafft, Rußland zugrundezurichten. Das holt nun der Amerikanismus nach.

Hinzu kam nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion der in den einstigen Sowjetrepubliken aufbrechende militante Nationalismus, der, im Verein mit dem westlichen Kulturgift, es fast unmöglich machte, die neue Lage in den Griff zu kriegen.

Und auch die Wirtschaft ging dadurch kaputt. Der Nationalismus schaffte Grenzen. In der Sowjetunion war die Wirtschaft ein großer, wennauch zentralistisch gesteuerter großer Organismus. Ob eine solche zentralistische Steuerung des Wirtschaftsgeschehens sachgemäß ist, bleibe dahingestellt; aber die einzelnen Fabriken und Zulieferer waren, aufeinander abgestimmt, über das riesige Territorium der Sowjetunion verteilt; und nun wurden sie plötzlich durch Grenzen voneinander getrennt. Weiß schon nicht mehr, wieviele zerfallende und zerfallene Fabriken ich mir im Laufe der Jahre in Rußland und in Georgien anschauen durfte…

***

Daß dann der Putin kam und, bis jetzt mit einigem Erfolg, sich bemühte, Russland aus dem Dreck zu zu ziehen und eigene Wege zu schlagen, betrachte ich – nicht nur für Rußland, sondern insgesamt für die weltweite Situation – als einen Glücksfall. Und wenn manche Kreise im Westen mitsamt der ihnen nachplappernden westlichen Herde ihn deswegen nicht mögen – damit muß man leben.

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Schwierig, sich bei dieser weitreichenden Thematik kurz zu fassen, wenn man erst mal angefangen hat, zu schreiben. Damit es nicht zuviel wird, machen wir hier einen Punkt.

Zum Schluss aber noch eine mir wichtig scheinende Anmerkung:

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Egal, ob in freundlicher oder in feindlicher Absicht: wer das heutige Rußland, oder Rußland überhaupt, mit dem westimportierten Sowjetsystem identifiziert, hat, glaub ich, einiges nicht so richtig verstanden. Und das Leugnen der Verbrechen des Stalin-Regimes steht für mich auf gleicher Stufe wie das Leugnen der Verbrechen des Hitler-Regimes.

Geschichts- und Realitätsklitterung ist Geschichts- und Realitätsklitterung; ganz egal, von welchem Hintergrund sie ausgeht; und die bornierten ewiggestrigen Marxisten (Marx selbst war, so weit mir bekannt, nie Marxist) stören nicht minder bei der Bereinigung der verworrenen Situation als die bornierten medienhörigen Amerikasklaven.

Werd später noch näher darauf eingehen.

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Samstag, Oktober 04, 2014

Ukrainische Eliten

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Olga

Autor:
Olga Katsaros

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Zur Waffenruhe und der Lage in der Ukraine: Bürgerkrieg und Lustration

Ich habe dazu einige Male geschrieben. Noch einmal.

Es gab keine Waffenruhe. Die Minsker Treffen dienten dazu, die offiziellen Kräfte der Donezker und Lugansker Volksrepubliken bekannter zu machen, sie mehr oder weniger zu legitimieren und die Gefangenen auszutauschen.

Nur die ukrainischen Streitkräfte unterstellen sich Poroschenko. Alles andere ist Anarchie und Verbrechen.

Bei dem Gefangenenaustausch stellte man schnell fest, daß die Ukros die meisten Gefangenen nach den Listen des Widerstandes nicht austauschen konnten. Sie haben Zivile in den von ihnen kontrollierten Ortschaften willkürlich gefangengenommen und als Gefangene herausgegeben.

Der Widerstand hat eine Liste mit allen Namen der Gefangenen. Wahrscheinlich sind die meisten tot.

Die Regel 60 gegen 60 entpuppte sich bereits am 2. Austauschtag als Fake.

Es konnte keine Waffenruhe geben. Weil nur die ukrainischen Streitkräfte Poroschenko unterstehen. Die Nationalgarde und einige Bataillons sind unter dem Innenministerium (Awakow), einige gehören den Oligarchen und einige gar niemand.

Es sind insgesamt 34 Bataillons. Alles Kräfte des Maidan.

Gerade ist den Ukrainern ("Svidomyje" heißt Elite der Slawen - das sind die Ukros; die Russen sind laut "Svidomyje" Ugro-Mongolen) die Lustration wichtig.

Die Lustration bedeutet, alle Abgeordneten, Staatsanwälte, Richter usw. aus den Janukowitsch-Zeiten, nicht an den Wahlen und der neuen " Demokratie" in der Ukraine teilhaben zu lassen.

Sie werden bedroht, attackiert, in die Mülltonne reingestopft oder an den Baum gefesselt.

Noch hat Poroschenko das Gesetzt über die Lustration nicht unterschrieben. Die Kommentare auf seiner Seite sind eindeutig. Maidan 0.3.

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Nachbemerkung R. Zoller

Olga Katsaros ist derzeit zeitlich recht eingespannt; es reicht grad eben noch für ihre knappen gehaltsvollen Berichte, die sie bei Facebook veröffentlicht. Wir machten ab, daß ich diese Berichte in den Block rüberkopiere. Was von nun ab regelmäßig geschehe.

Das Foto zeigt nicht Olga; das ist ein Beamter der einstigen ukrainischen Polizeieinheit "Berkut". Die Berkut-Leute gehören zu den ersten Opfern des ausufernden Maidan; es hat in ihren Reihen einiges an Toten gegeben.

Olga benutzt dieses Foto als Profilfoto bei Facebook. Auf die Frage, ob sie für den Blog nicht ein anderes Foto schicken will, antwortete sie: "Ich bin Berkut".

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Mittwoch, Oktober 01, 2014

Spezielle und Allgemeine Oettingeristik

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(Da ich kein selbstgeknipstes Foto von Oettinger habe, nehme ich dieses hier)

Autor:
Raymond Zoller

Wer nicht weiß, wer Oettinger ist, der kann sich über Google die nötige Information verschaffen, oder aber sich beim Lesen nachfolgender Abhandlung auf die allgemeine Oettingeristik beschränken, welche das persönlich oettingerhafte überschwebet.

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Der Oettinger an sich, so wie er sich unter den gegebenen Umständen darlebt, ist sowieso höchstlich uninteressant. Interessant ist er als Typus.

Als Mensch wäre er vielleicht interessant, wenn die Umstände und seine willig den Umständen sich anpassende Schwäche ihn nicht zwingen würden, dauernd über seine Verhältnisse zu leben. Wenn er eine Tätigkeit ausüben dürfte, der er gewachsen ist. Dann hätte er vielleicht die Muße, lockeren Humor zu entwickeln, in Maßen geistreich zu sein und, unbehelligt von dem Zwang, sich klüger zu geben als er ist, eigene Gedanken zu denken und sie unverkrampft verständlich in seiner Muttersprache auszusprechen.

So ist er ein Opfer; eines von vielen, die offenbar dazu ausersehen sind, weitere Opfer zu schaffen. Warum landen in westlichen Ländern ausgerechnet die Dümmsten an solchen exponierten Stellen? Und bleiben dort; auch wenn sie für den intelligenteren Teil der Bevölkerung zum Gespött werden? Es wirkt wie Wahnsinn; aber irgendwie schimmert Methode durch. Vielleicht soll durch solche Nullen das Nullsein zur Normalität gemacht werden? Eine folgsame Herde aus ratlosen Idioten herangezüchtet?

Sieht so aus…

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Ein Opfer ist er der Umstände, die ihn aus dem Kreise dessen, was er könnte, herausgerissen haben; vielleicht auch Opfer irgendwelcher gezielter Bestrebungen, die ihn als austauschbares Rädchen in den allgemeinen Verblödungsmechanismus einbauten; was weiß ich. Aber ein wehrloses Opfer isser so oder so; wehrlos aus dem Grunde, weil er die Absurdität seiner Lage offensichtlich nicht durchschaut. So ist er gezwungen, über seine Verhältnisse zu leben, hat keine Chance, sich mit seinen tatsächlichen Möglichkeiten in seine soziale Umgebung einzubringen und sich darüber zu entwickeln; wird für die Intelligenteren zum Gespött und für die Herde ein Mittel zur Festigung ihrer Verblödung.

Solcher Opfer gibt es viele; und das Schlimme ist, daß sie es nicht merken.

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So isses

Nachtrag

Ein zufällig bei Facebook entdeckter sachdienlicher Beitrag zur Oettingeristik:

Die Aufschrift lautet in deutscher Übersetzung:

Manchmal frägt man sich erstaunt, wie die denn da wohl reingerieten?

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Oettingeristik

Sonntag, September 28, 2014

Vom realitätsverschlingenden Parteiengestrüpp

Norman

♣♣♣

Raymond

Autor:
Raymond Zoller
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Obiges bei Facebook entdeckt.

Bei Facebook werden, der Kurzweil halber, alle möglichen Sprüche allen möglichen Leuten zugeordnet. Das hier wirkte zu intelligent, um erfunden zu sein.

Sicherheitshalber googelte ich nach: Er hat das tatsächlich gesagt.

Besser könnte man es nicht sagen.

Im wirren Gestrüpp kleinkarierten Parteienkampfes ist kaum noch Platz für etwas, was "Sache" ist; und selbst etwas, was "Sache" sein könnte oder ursprünglich mal Sache war – wird zum austauschbaren Spielzeug im Kindergarten des Parteiengeklüngels.

Merkwürdig nur, wie wenige das merken.

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So isses.

Samstag, September 20, 2014

Spiegeleien

Autor:
Reto Andrea Savoldelli

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Für den Verfasser des unter

http://www.spiegel.de/politik/ausland/wladimir-putin-und-sanktionen-wer-folgt-auf-russlands-praesidenten-a-992109.html#ref=veeseoartikel

zu findenden Spiegel-Artikels

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Ich frage mich, wo Sie Ihre Erfahrungen gesammelt haben, die Sie Ihrem heutigen Artikel über die Eventualität von Putins Ende verarbeiten. Ob Sie über solche verfügen, oder ob Sie vorwiegend nur Ihre Schreibgenehmigung für den Spiegel mit der Reproduktion Ihrer Glaubensstruktur perpetuieren.

Sie sind wirklich mit grossen Blindflecken auf der Netzhaut Ihres politischen Gewissens geschlagen, die Ihrer mangelhaften Ausbildung geschuldet sein dürften. Ihre kumpelhafte Anbiederung für das „Wir im Westen sollten….“ usw. ermangelt jeder Grundlage. Wir wissen beide, wie korrupt und kriegstreibend durch die institutionären Machtstrukturen des Grosskapitals inkl. sein militärisch-industrieller Komplex auch in Deutschland gebärdet. (Siehe nur als Beispiel den Leitartikel über die Verschärfung des Tons der deutschen Rüstungsindustrie von SPON heute). Und die Waffenruhe in der Ukraine ist in erster Linie Putin und der OSZE zu verdanken, wie Sie wissen könnten, wenn Sie auf Tatsachen wert legen würden. Warum machen Sie davon nicht Ihren Lesern Mitteilung, anstatt die Schlagkraft der NATO im Hinblick auf ihre Verteidigungsverpflichtung zu thematisieren? Aber vielleicht gehören Sie ja wie die Neokons in den USA zu denjenigen, welche jede Form der Waffenruhe bedauern. Denn ein Krieg ist ja nicht mit dem elenden Tod Tausender von unschuldigen Menschen verbunden (keine Angst, Sie gehören nicht dazu), sondern mit einer eventuellen Stärkung des „westlichen Bündnisses“ Ihrer Träume.

Nur eine Kleinigkeit, die Sie das nächste Mal, wenn Sie wieder schreiben dürfen, nicht wiederholen sollten. Sie schreiben bedauernd über das "diktatorische Russland“ und „bad, bad Putin“ (siehe den CIA-Offizier Ray McGovern https://www.youtube.com/watch?v=uF6WZWzLD1g) , dass Putin leider nicht wie sein Freund Schröder abgewählt werden könne. Schröder, der vom Westen (vom amerikanischen Geheimdienst NSA zwischen 2002 und 2005 abgehört wurde) ist, wie Sie sich vielleicht erinnern, nicht abgewählt worden, sondern verlor die Wahl in einer vorgezogenen Neuwahl. Das kann auch Vladimir Putin bei der nächsten Wahl geschehen. Dass eine gegenwärtige Umfrage jedoch eine umwerfend höhere Zustimmung der Russen für Putins Politik als etwa der Deutschen für Merkel zeigen würde, sollten Sie als „Russlandexperte“ unbedingt ins Repertoire ihres Faktenwissens aufnehmen.

Mit freundlichem Gruss,

Reto Andrea Savoldelli

Mittwoch, September 17, 2014

Von schwerem Regen und von der Form eines echten Limerick

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(eine sozialästhetische Kriegserklärung – Raymond Zoller gewidmet)

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Reto Andrea

Autor:
Reto Andrea Savoldelli

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Meine ägäische Ferieninsel gebärdet sich zur Zeit, als gehörte sie zu den schottischen Orkneys. Nach nächtlichem Gewittersturm heuchelt sie frühmorgens erschöpften Dauerregen, der zeitraubende, dem lichtbeschienen Meeresrauschen gewidmete Spaziergänge verbietet. Vielmehr ermuntert er unüberhörbar, sich über Limericks zu unterhalten.

Zur Bekräftigung zwei Fotos meines Balkons, wenig aussagefähig fürwahr, da sie weder den heulenden Wind, noch die Schwere der Tropfen wiedergeben. Lassen sie sich nicht vom munteren Orange und den scheinbar inexistenten Tropfen in die Irre führen: der Regen ist ebenso heftig wie die fotografische Technik beschränkt! – Während ich dies tippe, hat sich der Regen in die Begleiterscheinung eines erneut anwachsenden Sturmes gewandelt: Zeus hagelt Blitze und Hera kugelt hinterher. Vergessen Sie also, was ich vorhin gesagt habe.

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Reto_2

Dass besagte Dichtform wirklich aus besagtem irischem Städtchen stammt, bezweifle ich, bin darüber jedoch nicht gesichert aussagefähig, da ich über keinen Internetanschluss verfüge. Bitte googeln Sie auch für mich!

Was ich aber weiss, ist immerhin das Folgende:

Ich behaupte, dass ein echter Limerick aus fünf Zeilen bestehen muss. Wichtig: fünf, nicht sechs und nicht vier, denn er wirkt durch das ungehobelt Ungerade.

Drei Zeilen reimen sich, und die zwei übrigen Zeilen reimen sich auch, doch tun sie dies mit dem Charakter des Limerick, insofern sich die drei reimenden Zeilen nicht in geordneter Folge zu stehen haben, sondern nach Zeile zwei den Paarreim in sich aufnehmen. Weiter: Die drei gereimten Zeilen sind unverhältnismässig lang (irische Limerickkünstler sollen es auf 93 Hebungen gebracht haben, ich beschränke mich auf 6 bis 7). In jedem Fall müssen sie lang genug sein, um die Kontrastwirkung zu dem so kurz wie möglichen Paarreim zu erzeugen (in meinem Beispiel zwei Hebungen, weniger geht kaum).

Das holperige Gestoppel, zu dem uns ein echter Limerick mitnimmt, wird auch im grössten Kunstbanausen sein irgendwo vorhandenes Empfinden für das missachtete Gleichmass beinahe gewalttätig zu wecken verstehen. Rümpft er daraufhin etwa die Nase über einen echten Limerick? - Keineswegs, da dessen unangemessene Form (sein vorstellbarer Inhalt sei kontrapunktisch banal prätentiös) mit seiner darob komischen Wirkung die Lebensgeister nachhaltig zu erfrischen vermag, wie, um im Bild zu sprechen, wie wenn etwa ein Bundeskanzler (es könnte auch eine Kanzlerin sein), mit einem schwer beschlauften Kranz bei der Annäherung an die zentrale Marmorstele eines Soldatenfriedhofs, der in pathetischer Leere irgendwie an einen sinnarmen Massentod erinnern soll, über die letzte niedrige Stufe stolpern und der bereits erhobene Kranz nach dem Fall auf den Marmor hinterrücks auf dem Kopf des nationalen Kranzüberbringers landen würde.

Zwei historische Beispiele (Oslo 1982):

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Verschobene Initiation

Ein homo sapiens von ganz gewohnter Seelenart
wollt streben zu Höhen in des vollen Geistes Gegenwart.
Doch tut sich nichts regen,
so verlegt er sich eben
auf die Pflege der Strebe für die zukünftige Lebensfahrt.

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Zerschlagene Emanzipation

Eine doma sapiens stund weinend in Körnerzubereitung,
denn ihr Ernährungsideal zerschlug derb die Familienleitung:
«Ich fordere in den Topf
Das Huhn mit der Kartopf!
Ansonsten sich nahen tut unseres Eheverbundes Scheiterung!»

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Als Bonus ein aktuelles Beispiel (Samothrake 2014):

Grüner Star

Sein Fell kratzend kantapert der lüsterne Pan durch ägäische Brocken.
Die Ziegen kuppelnd er hitzestöhnend sich entledigt zuletzt seiner Socken,
Als er äugt
Wie es säugt ---
Doch da ragt nur ein Fels, erregend panischen Schreck wegen altersbedingten Netzhautflocken.

♦♦♦

Diese Beispiele sollen vor allem Politiker dazu anregen, sich vermehrt im Schreiben von Limericks zu üben. Wie ich bereits in meiner leider kaum beachteten, geschweige denn genügend gewürdigten universalästhetischen Studie «Farbenwirbel und Säulengeheimnis» nachgewiesen habe, gibt es kein besseres Mittel gegen Kriegsgelüste als die künstlerische Übung. Jene Studie arbeitete sich an Rudolf Steiners letztem Vortrag vor Ausbruch des ersten Weltkrieges und seiner Bedeutung für die Malerei am Beispiel des Rot/Blaugegensatzes ab. (Kostenlos einzusehen auf www.das-seminar.ch) Sie empfahl bereits im Vorwort (2001) dem amerikanischen Präsidenten die sozialästhetische Kriegsführung gegen das eigene Unvermögen durch eine täglich durchgeführte malerische Tätigkeit. G.W.Bush hat meinen Ratschlag leider und zudem nur teilweise erst nach seiner Pensionierung aufgegriffen. Anstatt sich in die Grunddynamik der Farbwelt zu stürzen, malt er zuhause Fotos seiner früheren Verhandlungspartner ab. Dennoch, eine gewiss gute psychotherapeutische Massnahme.

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Dienstag, September 16, 2014

Im Hinauszögern zunehmend sich Verwässerndes

Reto Andrea

Autor:
Reto Andrea Savoldelli

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Vor Kurzem - beinahe zwei Monate nach dem Absturz der Malaysia-Airline Boeing 777 am 17.Juli - hat der niederländische Sicherheitsrat OVV einen für die Öffentlichkeit bestimmten Ausschnitt aus dem umfassenden Bericht über das Kriegsverbrechen bekannt gegeben. Schon vorher wurden diejenigen korrigiert, die erwarteten, dass die Untersuchung des gewälttätigen Abschusses mit rund dreihundert Todesopfern auch die wirkliche Ursache zum Thema haben könnte.

Sara Vernooij, die Sprecherin des OVV erklärte im voraus, dass "die Ermittler nicht der Schuldfrage nachgehen, sondern lediglich versuchen, die Absturzursache zu klären.“ (Spiegel-Online 8.09.14) - Diesen Schwachsinn zu kommentieren, würde jeden, der es unternimmt, in ein fragwürdiges Bild setzen. Und auch alles weitere, was der „gewöhnliche Mensch" erfahren und vor allem was ihm verheimlicht wird, erklärt sich aus obiger Leitlinie (auch die lange Zeitdauer, die dadurch verständlich wird, als dass es nicht leicht war, die vielen Teilnehmer der Untersuchung auf eine gemeinsame Linie des zensurierten Berichts einzustimmen. Jan-Arwed Richter, Experte für Flugunfälle und Betreiber der Beratungsagentur Jacdec, erklärte: "Die politische Brisanz und die immer noch explosive Lage vor Ort können dazu führen, dass bestimmte Erkenntnisse, die eine Bewertung der Schuldfrage zuließen, vom Report ausgenommen werden.“ 

Und was haben die US-Aufklärungssatelliten zu Tage gefördert? - Eine Menge, das, wenn es bekannt gegeben würde, auch dem beschränktesten Auffassungsvermögen die Lügen der westlichen Propaganda vor Augen führen müsste. Deshalb haben die US-Vasallen in Berlin in vorauseilendem Gehorsam bereits schriftlich klargestellt, dass darüber "eine offene Beantwortung aus geheimdienstlichen Gründen nicht möglich sei. Stattdessen werde die Stellungnahme in diesem Punkt als "geheim" eingestuft und bei der Geheimschutzstelle des Bundestages hinterlegt“ (lt. Rainer Leurs im „Spiegel" vom 7.Sept. 2014).        Selbstverständlich wären die US-Erkenntnisse alles andere als geheim geblieben, wenn sie zweckdienlich gewesen wären, sogenannte russische Separatisten (die man in anderem Zusammenhang als Freiheitskämpfer ansprechen würde, die auf dem Gebiet des ukrainischen Donbass leben und die Kiewer Putschregierung nicht anerkennen) für den Abschuss verantwortlich zu machen. Dies hatten umittelbar nach dem Absturz bereits einige Fälschungen und Lügen erfolglos versucht. Sie waren jedoch allzu plump angefertigt worden und deshalb leicht aufzudecken und führten nicht zu dem angestrebten Ergebnis, die Vorstellungen der an einer voraussetzungslosen Aufklärung interessierten Menschen durch die zur Verfügung stehende staatlich eingebundene Propagandamaschinerie nivellieren zu können. Noch einmal: wenn die Schuldigen bei jenen "russischen Separatisten" gefunden worden wären, hätten wir in den EU- und NATO-abhängigen Gazetten gewiss vieles - ganz ohne einzuhaltende Geheimstufe - über „rückhaltlose Offenheit bei der Aufdeckung dieses bestialisch sinnlosen Verbrechens“ gehört.

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Montag, September 15, 2014

Kurioses aus Russland

Putin_mit_Marsmenschen

Putin mit zwei Marsmenschen

Raymond

Autor:
Raymond Zoller

Ein kleines Beispiel aus den zentral gesteuerten unfreien russischen Massenmedien:

Unter den Artikeln der "Prawda" – Netzpräsenz findet man standartmäßig die Anmerkung:

"Die Nachrichten und Aufsätze von "Pravda.RU" finden Sie nicht in den Projekten "Yandex-Nachrichten”, [Yandex ist die wichtigste russische Suchmaschine], "Mail.RU.Nachrichten" und "Rambler.Nachrichten", da sie mit der regierungsfreundlichen Politik unserer Redaktion unzufrieden sind. Wenn Sie uns nicht aus den Augen verlieren wollen, vergessen Sie nicht, unsere Eingangsseite in Ihrem Browser zu Ihren Favoriten hinzuzufügen, [usw…]"

Nur so zum Sagen. Im freien Deutschland, zum Beispiel, wäre sowas natürlich nicht möglich.

Der russische Originaltext (in der Übersetzung hab ich den Schluß weggelassen):

Новости и статьи "Правды.Ру" вы не найдете в проектах "Яндекс.Новости", "Новости Mail.Ru" и "Rambler.Новости" из-за их недовольства прогосударственной политикой нашей редакции. Если не хотите потерять нас из вида, не забудьте внести нашу главную страницу в "Избранное" и будьте на связи с "Правдой.Ру" в социальных сетях: во "ВКонтакте", "Одноклассниках", "Google+", Facebook, Twitter, "Мой мир". Мы рады новым друзьям

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Именно bzw. so isses

Mittwoch, September 10, 2014

"Amtsprache Englisch"

 
Elena_Geller

Autorin:
Elena Geller

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Ich war mal auf der Facebook Page von Marieluise Beck zu Gast.

Wer zufällig nicht weiß: eine Abgeordnete der Grünen (kein Problem, ich wußte es auch nicht).

Also:

Die Besprechung der ukrainischen Situation ist wie erwartet. Ein Typ ruft auf, die Führung der Amerikaner zu anerkennen, sozusagen alle zusammen gegen Russland. Mir persönlich hat dieser Typ auf English geschrieben, in Lettland sei kein Faschismus möglich, da dort niemand Jüden und Homosexuellen verfolgt. Ich sprach doch nicht über Lettland!

Als ich den Typen gebeten habe, auf Deutsch zu schreiben (zumindest aus Respekt zum restlichen, hauptsächlich deutschen, Publikum), hat mir einer vom Team (so vermute ich, da er dort ständig wie auf der Arbeit sitzt) geantwortet, dass, wenn ich Englisch nicht kann, ich an einer politischen Diskussion nicht teilnehmen darf. Also, wir haben neue Amtssprache Englisch, wie süß.

Danach hat mir der Typ vorgeworfen, dass ich fürs Geld Putin-Propaganda verbreite. Ich habe nicht einmal Putin erwähnt!

Klar, wer mich kennt, weiß auch, dass ich solche Jobs gar nicht brauche: ich habe doch einen Beruf. Ich habe mich zwar trotzdem dafür interessiert, wo ich dieses Geld abholen kann. Der Typ hat nicht geantwortet, schade.

Und: im Status von Frau Beck, das gerade besprochen wurde, wurden ziemlich ungeschickt drei ihre Twitter-Beiträge copypastet. Ohne jegliche redaktionelle Verarbeitung, die notwendig war, um den Kontext zu behalten: man konnte nicht unbegingt verstehen, wo sie ist, mit wem sie spricht u s.w. Dass ihr Team (wenn ich natürlich alles richtig erkannt habe) ziemlich billig zu sein scheint und ich sowas sogar für umsonst nicht wollte, ist natürlich nicht mein Problem. Das Problem ist, dass Menschen ohne Qualifikation, aber mit Amtssprache Englisch evtl. helfen würden, Entscheidungen zu treffen....

Sonntag, August 17, 2014

Vermurxung auf ukrainisch

Прожорливый утёс

Felsenfressender Felsen
Geknipset anno 2008 in Odessa

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Die Wessis werden seit Jahrzehnten oder länger systematisch verblödet. Auch wenn immer mehr Einzelne sich aus der Verblödung befreien; aber die Verblödung bleibt doch das Normale.

Für mich selbst war – wie vermutlich für viele andere auch – dieses Sichherausarbeiten ein jahrelanges zermürbendes Abenteuer; iss halt nicht so einfach, sich unter dem unablässigen Beschuß der öffentlichen Meinungsphantastik zu irgendwelchen Ansätzen von Realität durchzukämpfen. Kurz zusammengefaßt – so kurz es halt geht – hab ich dieses Abenteuer vor kurzem unter dem Titel "Absurdologie oder die Rache des verirrten Realisten."

192_Junglinster_IMG_5727Aufgewachsen bin ich, nebenbei gesagt, im Schatten der UKW-Sendemasten von Radio Luxemburg, dessen deutschsprachiges Programm – soweit ich das überschauen kann – eine gewisse Pionierrolle spielte bei der Verblödung. Nebenstehendes Foto zeigt diese Monster; durch Anklicken kann man es bei Bedarf auch grösser sehen. Dies nur nebenbei.

Bezüglich westliche Wirrnis noch ein lesenswerter Artikel bei Heise: Die Irrationalität in der Ukraine-Krise gefährdet unsere Demokratie

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Um die immerhin von Menschen getragenen Ereignisse in der Ukraine besser zu verstehen, sollte man meiner Ansicht nach sich eine Zusammenschau der westlichen und der ukrainischen Vermurxung bemühen. Solches erleichtert dann auch die Verständigung der Unvermurxten aus den unterschiedlichen Vermurxungsbereichen.

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In der Ukraine begann, soweit mir bekannt, die Kampagne systematischer Verblödung vor ca. 20 Jahren oder etwas mehr. Ich hab mir Übersichten über ukrainische Schulbücher angeschaut und auch sonst einiges – so weit es meine spärlichen Ukrainischkenntnisse erlauben – direkt zu Gemüte geführt. Verrückt, mit welcher Selbstverständlichkeit die den grössten Unsinn verzapfen.

Bin grad zeitlich etwas knapp; aber da die Sache mir wichtig scheint, möchte ich das noch los werden.

Um Zeit zu sparen verweise ich auf früher zu diesem Thema geschriebenes:

Hürgokh, Obama und Puschkalenko: Es geht da um die Sache mit den ukrainischen Schulbüchern; der Rest gehört nicht so zentral zum Thema.

Von den Überariern (zur ukrainischen Rassekunde)

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Hereinkopiert noch ein paar bei Facebook hinterlassene verstreute Notizen zu diesem Thema:

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Wenn jemand Mainstreamberauschtes aus der westlichen Ecke mich mit seinen angelesenen Weisheiten über Rußland und Ukraine nervt, so kann ich – wenn ich ihm überhaupt antworte – ungeniert energisch werden. Soll vor seiner eigenen Haustür fegen; und wenn er sich in Fremdes einmischen will, sich erst mal umfassend schlau machen.

Schwieriger ist es, wenn ukronationalistisch indoktrinierte Bekannte aus der Ukraine mich nerven. Die stecken mitten drin, sind indoktriniert und zu kaum einem klaren Gedanken fähig, und können es nicht besser. Die tun mir leid. Meist antworte ich nicht; manchmal antworte ich ironisch; vorhin bat ich meinen Freund Tirckl-Wolff, in Deutsch auf eine ukronationalistische Dummheit zu antworten (die Betreffende versteht weder Deutsch noch kennt sie meinen Freund Ernst Tirckl-Wolff).

Wobei wir es noch gut haben. Man stelle sich vor, man steckt mitten im Bürgerkrieg, wo einstige Freunde auf einstige Freunde schießen und sich gegenseitig dahinmurxen.

Idiotisch.

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X mußte ich leider blockieren. Eigentlich ganz nett (sind unabhängig von Facebook flüchtig bekannt), aber ein Opfer ukrainischer Pädagogik; und das geht schon ins Sektiererische; Gespräch ist gar nicht mehr möglich. Ähnlich wie die Zeugen Jehovas, nur schlimmer und aggressiver. Sie hat plötzlich Blut geleckt; und mich ihren dauernden unsinnigen Vorstößen auszusetzen - wollte ich mir nicht antun. Bevor das Chaos in der Ukraine losging war von ihrer "Schulverbildung" wenig zu merken; hatten sowieso kaum miteinander zu tun.

Ohne Russischkenntnisse ist es schwierig, die pathologisch-sektiererische Haltung der in den ukrainischen Patriotismus hineinerzogenen Menschen zu verstehen; dürfte vergleichbar sein mit der Generation, die damals in Deutschland durch Hitlerjugend und sonstiges verbildet wurde (letzteres kenn ich nur aus geschichtlichen Dokumenten und Zusammenfassungen; ersteres aus konkreter lebendiger Erfahrung)

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Gut, daß solche Sachen (der oben bereits erwähnte Heise-Artikel) für eine breitere Öffentlichkeit veröffentlicht werden; das Fatale ist bloß, daß nur jener Teil der breiten Öffentlichkeit das lesen wird, der das sowieso schon weiß, und die übrigen werden es mit einem verächtlichen "Putinversteher" unverstanden oder gleich ungelesen beiseiteschieben.

Auch X, ganz egal wie nett sie sonst ist, würde das, auch wenn sie Deutsch könnte, nicht lesen. Sie mag sonst nicht blöd sein; aber bei allem, was Rußland betrifft, kommt bei ihr der anerzogene Russenhaß hoch, mit aller damit verbundener Irrationalität und den wirren Theorien über die glorreiche Geschichte jener Ukraine, die es realiter als Staat früher nie gegeben hat. Sie geht ja meist auch nicht direkt auf das Thema ein, in das sie sich einmischt, sondern wettert gleich, allgemein, los gegen die bösen und minderwertigen Russen. Genau wie die Zeugen Jehovas und ähnliche sich gar nicht anhören, was du sagst, und ungerührt ihre Platte ablaufen lassen.

X ist, gleich zahllosen anderen (darunter auch denjenigen, die nach der Mordnacht in Odessa von einer "Grillparty" schrieben) unschuldiges Opfer dieser Pädagogik.

Mit dieser seit zwanzig Jahren in der Ukraine wütenden systematischen Erziehung zu wirrem Nationalismus und Irrationalität sollte man auch die des Denkens fähige westliche Öffentlichkeit vertraut machen; das scheint mir ein ganz zentraler Faktor zu sein, ohne dessen Kenntnis man vieles nicht verstehen kann.

In ein paar Tagen geh ich, wennauch mit Laptop bewehrt, auf Reisen und bin während der Zeit nur sporadisch online; wenn ich wieder Ruhe habe kümmere ich mich vielleicht darum.

Aber es gibt ja auch noch andere Zweisprachige, die in dieser Problematik durchblicken; vielleicht nimmt jemand anderes das in die Hand…

Mittwoch, August 13, 2014

Wie ein Tadshike die Ukrainerinnen mit sexuellen Sanktionen belegte

 

Vicoria

(Screenshot aus einem sozialen Netzwerk)

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Eine knappe, sich auf das Wesentliche beschränkende Zusammenfassung in Deutsch:

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Die junge Dame, Victoria mit Namen, frägt, ob erotische Dienstleistungen gebraucht werden. Der junge Mann, Edik, frägt, was es kostet. Victoria gibt eine Preisliste durch, was sie für wieviel per Skype zu bringen bereit ist. Edik antwortet, an virtuellem Sex sei er nicht interessiert, und sie soll zu ihm nach Tadschikistan kommen. Doch für Victoria ist das zu weit, da sie, wie sie sagt, in der Ukraine lebt.

Edik erklärt, daß er mit Ukrainerinnen nicht ins Bett geht; Victoria ist nun beleidigt, nennt ihn einen verdammen Moskalen [nationalukrainisches Schimpfwort für Russen] und teilt ihm mit, daß seine Mutter eine Hure ist.

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Edik, der Tadschike, belegt also die Ukrainerinnen mit sexuellen Sanktionen, und wird dafür von Victoria, der Ukrainerin, als Moskale beschimpft.

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So isses.

 

Samstag, August 02, 2014

Offenbar neuer Krisenherd in Vorbereitung

Kischinau

Kischinau (Moldawien)
© Raymond Zoller

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In ihrem verzweifelten vergeblichen Bemühen, die Armee der bösen Russen zu Kampfeshandlungen außerhalb der russischen Grenzen zu bewegen, versuchen es die Wessis nun, wie es aussieht, mit der Schaffung eines weiteren Krisenherds.

Mit Transdnistrien hat es ja in den neunziger Jahren schon mal Ärger gegeben; warum soll man nicht versuchen, da wieder was zum Aufflammen zu bringen. Besser als mit Hilfe von Photoshop und sonstigen Verfahren dem hochgeehrten Publikum dauernd die bösen Russen zu zeigen, wo sie nicht sind. Richtige russische Soldaten will das Publikum sehen! Die richtig schießen! Und unbedingt ausserhalb Rußlands! Was sind denn das für böse Russen, die immer nur zu Hause rumhängen! Das Publikum will Blut sehen! Blut! Von bösen Russen vergossenes Blut!

Ansonsten – im Weiteren ohne Anspruch auf tiefschürfende Analyse ein paar verstreute Gedanken zum Thema.

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Vor ein paar Jahren war ich öfter in Transdnistrien (wie man das, glaub ich, auf Deutsch nennt). Hauptsächlich in Tiraspol, der Hauptstadt jener pro-russischen Ecke. Wirkt auf mich wie ein biederer Provinz-Kindergarten mit sentimentaler Sowjetnostalgie.

Ich hab Freunde sowohl in der heute proeuropäischen Ecke als auch in der seit jeher prorussischen Ecke; alles Russen, aber problemlos in das Umfeld integriert. Seit dem kriegsähnlichen Zustand in den neunziger Jahren gibt es dort eigentlich keine echten Probleme; man hat sich mit der kaum spürbaren relativen Trennung abgefunden und beachtet sie nicht. Eine gute Bekannte lebt in Kischinau, der prowestlichen Hauptstadt, ihr Bruder baut in Tiraspol eine Firma auf; wenn sie ihren Bruder in Tiraspol besuchen will, fährt sie mit dem Bus nach Tiraspol; überhaupt kein Problem.

Aber wenn die Wessis diese harmlose Scheintrennung als Grundlage für einen handfesten Konflikt nutzen wollen – so wird es wohl Ärger geben. Denn Krisenherde schaffen können die Wessis; da haben sie Erfahrung.

Von sich aus könnte das noch jahrzehntelang friedlich so weitergehen.

Auf Flickr hab ich ein Fotoalbum mit verschiedenen während jener Aufenthalte geknipsten Fotos. Interessant die sowjetnostalgischen Plakate und Gebäude; aber harmlos alles, völlig harmlos und nicht der geringste Grund für kriegerische Auseinandersetzungen (doch wenn die Wessis Scherben wollen, kriegen sie das schon hin)

Das Link zu dem Fotoalbum https://www.flickr.com/photos/klamurke/sets/72157607449618526/

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Tiraspol

Dnjestr in Tiraspol
© Raymond Zoller