(Als Beitrag zu einer noch zu entwickelnden systematischen Verwertung unverständlicher schriftlicher Äußerungen)
Das Satire-Magazin "Der Postillon" hatte in Zusammenhang mit einigen Problemen, denen in jener Bundesrepublik Deutschland ein gewisser Herr Hoeneß derzeit sich ausgesetzt sieht, einen satirischen Artikel veröffentlicht unter dem Titel: FC Bayern erweitert Allianz-Arena um Hochsicherheitszelle mit Blick aufs Spielfeld.
Im Weiteren veröffentlichte man dann – wie bei jenem 'Postillon' dankenswerterweise üblich – eine Sammlung besonders gelungener Zuschriften.
Darunter war ein auf der Facebook-Seite des Magazins hinterlassener Kommentar, den ein Mensch mit Vornamen Tom verfaßt hatte, und zwarnämlich:
Ihr witzigen Fische mit dem Hoeneß Artikel spaßten hoffentlich findet Mann euch ihr Muschis
Dieser Tom'sche Beitrag zog sofort meine Aufmerksamkeit auf sich, da sein poetisches Potential nun mal nicht zu übersehen war.
Ich tippte denn eine kurze Abhandlung und bat Herrn Ernst Tirckl-Wolff, mein alter ego, es unter seinem Namen auf Facebook zu veröffentlichen:
Find ich gut. Vom Rhythmus und der Lautkomposition her läßt es sich zu einem herrlich blödsinnigen Lautgedicht verarbeiten; nur das 'dem' (fünftes Wort von links) läßt sich nicht unterbringen; das muß man rausschmeißen.
Wenn er so weitermacht bringt er es noch zum Dichter.
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Ihr witzigen Fische
mit Hoeneß Artikel
spaßten.
Hoffentlich findet Mann euch
ihr Muschis
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Vom Rhythmus her fast perfekt; der Mann hat das Zeug zu einem bedeutenden Dichter. Nur mit Deutsch scheint er etwas Probleme zu haben; so daß sich natürlich die Frage stellt, in welcher Sprache man ihn von seiner Begabung in Kenntnis setzen soll.
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(Als Antwort auf eine Zwischenfrage:)
Was passiert, wenn der Herr Mann uns findet? Schwierige Frage. Erst müßte man klären, ob bei dieser poetischen Auflösung das Verb 'finden' die gewohnte Begrifflichkeit beibehält, oder ob es sie durch eine andere ersetzt. Und wenn es sie durch eine andere ersetzt - durch welche? Etwas, das wir schon kennen, oder etwas, das wir erst mühsam erschließen müssen? Oder reduziert sich 'finden' durch des Dichters Einwirkung hier zu einer reinen, begriffslosen, Lautgestalt?
Ein Gewirr schwer zu beantwortender Fragen, in welches dieser Herr Hoeneß und sein poesiebegabter Anhänger uns da hineingeschubst haben
(Zum Abschluß meldete ich mich dann auch selbst noch zu Wort)
Ein sehr wichtiger Ansatz, den du hier verfolgest. Wenn man anfangen würde, systematisch unverständlich bleibende schriftliche Äußerungen unserer Zeitgenossen auf ihre poetische Verwertbarkeit zu untersuchen und auszuschlachten, so hätten besagte Zeitgenossen sich wenigstens nicht umsonst schreibend abgequält; und zudem könnte ein solches Beginnen zu einer beträchtlichen Erweiterung und Vertiefung der Weltliteratur führen.